Rückblicke:
Veranstaltungen 1. Halbjahr 2003
Besichtigung Fahrzeugbau Sommer:
Bericht aus der Politischen Akademie
Biggesee:
Bericht von der BKK Bertelsmann:
Veranstaltungen
2. Halbjahr 2003 Veranstaltungen
1. Halbjahr 2004 Veranstaltungen
2. Halbjahr 2004 Veranstaltungen
1. Halbjahr 2005 Veranstaltungen
2. Halbjahr 2005 Veranstaltungen
1. Halbjahr 2006
Veranstaltungen
2. Halbjahr 2006 Veranstaltungen
1. Halbjahr 2007
Ein Wochenendseminar
in der Politischen Akademie Biggesee. Aus der IMV Bielefeld reisten am, schon obligatorischen,
Karnevalswochenende zwei- unddreißig an Europapolitik interessierte Mitglieder
per Bus an. Nach Zimmerverteilung und Abendessen
sollte die Einführung in die Seminarthematik erfolgen.
Aber, so unser diesjähriger
Referent Bernd Neufuhrth, die Politische Akademie verdiene
ihren Namen nicht, wenn man nicht
auf die brandaktuelle Politik „Irak“ eingehe.
So folgte zunächst ein Abriß
über die Missetaten des Diktators Saddam Hussein,
dem seit 1988 von der Völkergemeinschaft
das Kriegführen verboten und Waffenbesitz nur
zur Selbstverteidigung erlaubt
ist. Trotzdem wurden Kriege gegen die Kurden, Kuwait, Iran
und gegen die eigene Bevölkerung
geführt. Vor dem Einsatz von Giftgas schreckte man
nicht zurück. Trotz Waffenstillstandsvereinbarung
wurden die UNO-Waffeninspekteure 1998 aus dem Irak verjagt. Die UNO war und ist zwar weiterhin
aufgefordert dem Völkerrecht Geltung zu verschaffen, sie ist aber, so Neufurth, damit
offensichtlich überfordert. Also ist eine Polizei-Aktion der Amerikaner und einiger
Verbündeter durchaus gerechtfertigt. Nun aber zur Erweiterung der Europäischen
Union. Die Beitrittsverhandlungen sind soweit abgeschlossen, dass unsere
östlichen Nachbarn 2004 Vollmitglied werden können.
Wobei
nach dem Beschluß von Kopenhagen im Dezember 2002 nunmehr
zehn Länder, statt wie ursprünglich geplant sechs, dazukommen.
(Vorbehaltlich der Zustimmung der Länder-parlamente).
Damit würde ein 10-jähriger
politischer Prozeß in Europa zu einem, so hoffen wir, guten
Ende geführt werden. Denn nach
dem Fall des Eisernen Vorhangs und dem Zusammenbruch des
Comecon und der Planwirtschaft
brach in den Beitrittsländern zunächst das Chaos aus.
Mit enormer Arbeitslosigkeit und
galoppierender Inflation. Vor den
Beitritt der Kandidaten hatten die „Besitzländer“ hohe Hürden
aufgetürmt:
Es
kommen nur demokratische Rechtsstaaten in Frage.
EU-Rechte
und Normen sind voll zu übernehmen.
Einführung einer Wettbewerbs-
und Marktwirtschaft.
Das heißt aber nun nicht, dass überall das
neue Europa freudig begrüßt wird. So sind die Bedenken in Deutschland hauptsächlich
derart, das wir immer noch die großen Zahlmeister bleiben, die Konkurrenz billiger Arbeitskräfte
eintritt und die Kosten ausufern. In Polen fürchten sich die Bauern
vor der Vernichtung
ihrer Existenz und dem Ausverkauf von
Grund und Boden. Andere wieder befürchten unkontrollierte Zuwanderung/Kriminalität
aus dem
Osten, etc. Real
betrachtet muß jedoch gesagt werden, dass diese EU-Erweiterung
kostenneutral erfolgen soll. Die Einnahmen der Gemeinschaft werden
nach BSP (Volkseinkommen) berechnet und auf 1,27% des BSP aller Mitgliedsländer
gedeckelt.
Die Verwaltungsausgaben
der viel gescholtenen „Brüsseler Bürokratie“ liegen bei 5,3% und
damit weit unter dem Niveau unserer Krankenkassen. Die EU hat keine
Schulden!
Vorteile sind auch, dass die EU-Ostgrenze sich nach Osten
verschiebt und von den Beitrittskandidaten unsere Umweltstandards übernommen
werden müssen. Die Erschließung neuer Absatzmärkte ist natürlich
(für uns) ein großer Gewinn, zumal lange Übergangsfristen das Überschwemmen
unserer Märkte vorläufig verhindern sollen. Setzen wir nun unsere Hoffnung
auf den „Europäischen Konvent“ damit neben der wirtschaftlichen nun auch die
Politische Union
weiter vorankommt. Dass
eine gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik den z.Zt.
handlungsunfähigen Eindruck von
Europa beseitigt.
16.03.2003/Klaus Vogler
Die Zukunftsperspektiven
in der Krankenversicherung
Der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann
BKK, Wolfgang Diembeck, referierte am 19.03.2003 in der IHK Bielefeld über
das o.g. Thema. Dazu kann
vorab und pauschal gesagt werden, dass die Aussichten
nicht rosig sind.
Diembeck wies dabei auf die aktuellen Problemstellungen
der Krankenversicherung hin. Diese ergeben sich u. a. aus der ständig
älter werdenden Bevölkerung und dem daraus resultierenden medizinischen Leistungsbedarf,
denn ca. 90 % der medizinischen Kosten fallen in den letzten zwei Jahren vor dem
Lebensende eines kranken Menschen an. Ferner machte Diembeck den steigenden Medizinbedarf
am Beispiel von Herzoperationen im Vergleich zum Jahre 1992
deutlich.
Die medizinischen Behandlungsmöglichkeiten nehmen
deutlich zu, während die Risiken der Durchführung ständig
abnehmen.
Aus den betriebswirtschaftlichen Daten der Krankenversicherung
muss man erkennen, dass Löhne und Gehälter nicht in
dem Umfang steigen, wie der medizinische Fortschritt und die damit verbundenen Kosten. Weiterhin
stellt der Gesetzgeber durch eine „Verschiebebahnhofpolitik“ ein
wesentliches Risiko für die Krankenversicherung dar.
Eine rückschauende Betrachtung macht deutlich, dass durch gesetzliche Veränderungen,
der gesetzlichen Krankenversicherung, permanent Gelder entzogen wurden. Im Zeitraum
von 1995 bis zum Jahre 2000 wurden der Krankenversicherung rd. 25 Milliarden
EURO, im Jahre 2002 weitere 6,3 Milliarden EURO entzogen. Die Krankenversicherung hätte
also überhaupt kein „Finanzproblem“, wenn diese Eingriffe nicht stattgefunden
hätten. Ein wesentliches Risiko der Krankenversicherung stellt damit die Politik
mit den politisch handelnden Personen dar. Weiterhin wies Diembeck aber darauf hin,
dass unter dem Blickwinkel der wirkenden Faktoren, dringend über eine
veränderte Finanzierung (z. B. durch Kopf-Pauschalen) nachgedacht werden müsse. Letztlich
bleibt aber festzuhalten, dass Deutschland momentan das leistungsfähigste, und damit beste Gesundheitswesen der Welt
hat. Der langfristige
Erhalt dessen ist sehr wichtig für
die Bürger und nur zu realisieren durch gravierende Einschnitte, die an alle Beteiligten
hohe Anforderungen stellen.
Bielefeld,
28-03-2003/Klaus Vogler
|